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		<title>Waka waka</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 17:19:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='520' height='323' src='http://www.youtube.com/embed/XWOBD0hkb1I?version=3&amp;rel=0&amp;fs=1&amp;showsearch=0&amp;showinfo=1&amp;iv_load_policy=1&amp;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span>
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		<title>Solidarität II</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 08:57:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Mission]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Das kleine Gespräch mit meiner Nachbarin über Solidarität geht mir nicht aus dem Kopf und ich will ein paar Gedanken dazu notieren: Die Unterhaltung zeigt, dass &#8222;Solidarität&#8220; vieles heißen kann. Aus katholischer Sicht macht die Enzyklika Sollicitudo rei socialis von &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/07/23/solidaritat-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=86&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das kleine Gespräch mit meiner Nachbarin über <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/07/20/solidaritat/" target="_blank">Solidarität</a> geht mir nicht aus dem Kopf und ich will ein paar Gedanken dazu notieren: Die Unterhaltung zeigt, dass &#8222;Solidarität&#8220; vieles heißen kann. Aus katholischer Sicht macht die Enzyklika <a href="http://www.vatican.va/edocs/DEU0131/__P6.HTM" target="_blank"><em>Sollicitudo rei socialis</em></a> von 1987 klar, dass Solidarität</p>
<blockquote><p>&#8222;nicht ein Gefühl vagen Mitleids oder oberflächlicher Rührung wegen der Leiden so vieler Menschen nah oder fern [ist]. Im Gegenteil, sie ist die feste und beständige Entschlossenheit, sich für das &#8216;Gemeinwohl&#8217; einzusetzen, das heißt, für das Wohl aller und eines jeden, weil wir alle für alle verantwortlich sind.&#8220; (38)</p></blockquote>
<p>Das steht im diametralen Gegensatz zum Verständnis meiner Nachbarin, für die schon der Zusammenhalt innerhalb einer bestimmten Gruppe Solidarität ist. Im Prinzip liegt sie damit interessanter Weise gar nicht weit entfernt vom marxistischen Verständnis von Solidarität, das von seinen Anfängen 1864 mit der Gründung der Ersten Internationale her, bloß eine Klassensolidarität ist. Man sieht das noch heute, wenn Arbeiter bestimmter Länder und Erdteile für ihre Privilegien kämpfen und damit zu Konkurrenten von Arbeitern anderer Länder und Erdteile werden. Paradoxerweise liegt dem die gleiche Logik zugrunde wie der alten kapitalistischen Vorstellung vom <em>homo oeconomicus</em>, welcher sich vor allem um seine eigenen Interessen kümmert und so zugleich durch einen wundersamen Automatismus zum Diener des Gemeinwohls wird. Beide Vorstellungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als Irrtum erwiesen.</p>
<p>Meine Nachbarin ist weder Marxistin noch eine Anhängerin neoliberaler Ideologien. Sie ist, würde ich sagen, einfach ein &#8222;ganz normaler&#8220; Bürger, der nicht mehr weiß, was Solidarität eigentlich sein soll. Ich weiß nicht, wie christlich bzw. kirchlich meine Nachbarin sozialisiert ist, aber offenbar hat das katholische Solidaritätsverständnis bei ihr keine Spuren hinterlassen. Vielleicht liegt das daran, dass in diesem Solidaritätsverständnis, wie es die Enzyklika zum Ausdruck bringt und wie es weithin in der Soziallehre gilt, ein entscheidender Punkt unterbelichtet ist: In der christlichen Spiritualität kommt zur Solidarität immer auch der Statusverzicht. Die Evangelien sind voll von diesen &#8222;Abstiegsszenarien&#8220; bis hin zum Kreuz, dem Symbol für den absoluten Statusverzicht bzw. -verlust. Das ist der Weg der Christen. Welche Konsequenz hat das?</p>
<p>Solidarität ist &#8222;Einsatz für das Gemeinwohl&#8220;, ja, aber nicht bloß als Unterstützung für die anderen: Helfen kann auch eine Art der Machtausübung sein. So verrückt das klingt, aber eigentlich müssten alle, die nach dem Evangelium leben, gesellschaftlich nach unten streben zu einer Gemeinschaft der Schwachen. Denn das christliche Mysterium ist, dass in der Schwäche die wahre Stärke liegt. Ich weiß, dass es eine echte Revolution gäbe, wenn diese Wahrheit in unserer Zeit von Christen und insbesondere Katholiken zum Vorschein gebracht würde. Ich weiß aber auch, wie schwer es ist, auf Status zu verzichten. Und ich fürchte, das ist nichts, das man predigen kann, sondern das geht nur &#8222;in der Tat&#8220;.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/deranderefranz.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/deranderefranz.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/deranderefranz.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/deranderefranz.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/deranderefranz.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/deranderefranz.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/deranderefranz.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/deranderefranz.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/deranderefranz.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/deranderefranz.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/deranderefranz.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/deranderefranz.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/deranderefranz.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/deranderefranz.wordpress.com/86/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=86&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Solidarität</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 11:23:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele sprechen von Solidarität, aber nicht alle meinen dasselbe. Eine Geschichte dazu: Vor ein paar Tagen traf ich meine Nachbarin im Flur. Wir kamen ins Gespräch über die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Ich erzählte ihr, dass ich vor einigen Jahren als &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/07/20/solidaritat/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=81&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele sprechen von Solidarität, aber nicht alle meinen dasselbe. Eine Geschichte dazu: Vor ein paar Tagen traf ich meine Nachbarin im Flur. Wir kamen ins Gespräch über die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Ich erzählte ihr, dass ich vor einigen Jahren als junger Berufsanfänger von der Barmer Ersatzkasse in eine andere Krankenkasse gewechselt hatte, um einen niedrigeren Beitragssatz zu bezahlen und der zuständige Sachbearbeiter mich fast bekniet hatte, doch zu bleiben, es sei nun einmal so, dass die Barmer auch viele alte Mitglieder habe, die höhere Kosten verursachten und daher der Beitrag für alle auch höher sei als bei anderen Kassen, die sich nur auf junge Mitglieder konzentrierten. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil mein Wechsel offenbar unsolidarisch war. Daraufhin meinte sie, sie sei auch immer solidarisch gewesen und bis heute in der Barmer, obwohl das ja heute mit der Solidarität auch nicht mehr so wäre wie früher: Damals nämlich sei man beim Arzt bevorzugt behandelt worden, wenn man bei der Barmer war. Heute sei das nicht mehr so. Sie halte trotzdem viel von Solidarität und sei deshalb auch immer noch Kundin der Deutschen Bank, wo die Situation besser sei.</p>
<p>Ich war sprachlos, weil ich nicht sofort verstand, wie sie in diesem Zusammenhang von Solidarität sprechen konnte, aber dann dämmerte mir, dass sie Solidarität einfach als Prinzip des Zusammenhalts von Menschen mit gleichem Status und gleichen Interessen verstand. Ich dachte dagegen immer, Solidarität habe ausdrücklich etwas damit zu tun, dass Stärkere sich Schwächeren zuwenden. So ist es zumindest in der franziskanischen Spiritualität und die Urgeschichte des franziskanischen Solidaritätsgedankens ist die Begegnung mit dem Aussätzigen (DreiGefLeg 12), der von Franziskus Zuwendung erfährt, indem dieser vom Pferd absteigt, ihm ein Geldstück gibt und den Friedenskuss. Diese Geschichte mahnt aber auch, dass Solidarität NIE eine Einbahnstraße sein kann: Es ist nicht Franziskus, der schließlich dem Aussätzigen den Friedenskuss gibt, sondern umgekehrt: Franziskus empfängt vom Aussätzigen den Friedenskuss.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/deranderefranz.wordpress.com/81/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/deranderefranz.wordpress.com/81/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/deranderefranz.wordpress.com/81/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/deranderefranz.wordpress.com/81/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/deranderefranz.wordpress.com/81/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/deranderefranz.wordpress.com/81/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/deranderefranz.wordpress.com/81/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/deranderefranz.wordpress.com/81/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/deranderefranz.wordpress.com/81/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/deranderefranz.wordpress.com/81/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/deranderefranz.wordpress.com/81/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/deranderefranz.wordpress.com/81/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/deranderefranz.wordpress.com/81/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/deranderefranz.wordpress.com/81/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=81&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die unbemerkte Fusion</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 12:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Franziskaner]]></category>
		<category><![CDATA[OFM]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit dem 1. Juli gibt es nicht mehr vier deutsche Franziskaner-Provinzen, sondern nur noch die eine von der Hl. Elisabeth. Ein historischer Schritt und die ehrwürdigen Namen der alten Provinzen (Saxonia, Thuringia, Colonia, Bavaria) sind jetzt nur noch in den &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/07/10/die-unbemerkte-fusion/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=77&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem 1. Juli gibt es nicht mehr vier deutsche Franziskaner-Provinzen, sondern nur noch die eine von der <a href="http://www.franziskaner.de/UEbersicht.59.0.html" target="_blank">Hl. Elisabeth</a>. Ein historischer Schritt und die ehrwürdigen Namen der alten Provinzen (Saxonia, Thuringia, Colonia, Bavaria) sind jetzt nur noch in den Geschichtsbüchern zu finden, wenn überhaupt. Denn mir fällt auf, dass sich dieser historische Zusammenschluss praktisch unbemerkt von den deutschen Medien abgespielt hat. Da gab es eine Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA), die man z.B. bei <a href="http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=404315" target="_blank">Radio Vatikan</a> und beim <a href="http://www.domradio.de/news/65292/deutsche-franziskaner-fusionieren.html" target="_blank">domradio</a> findet. Und weil der neue Hauptsitz der Franziskaner in München ist, hat immerhin auch das Münchener Kirchenradio berichtet, allerdings ist das nicht besonders vielsagende Interview mit dem neuen alten Provinzial Norbert Plogmann zur Zeit nur im <a href="http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:VpSZIlMmGO8J:www.muenchner-kirchenradio.de/aktuell/Page000110_20358.aspx+Plogmann+Kirchenradio&amp;cd=1&amp;hl=de&amp;ct=clnk&amp;gl=de" target="_blank">google-Cache</a> zu finden.</p>
<p>Ernüchternd finde ich auch, dass die KNA-Meldung gleich als erstes von der &#8222;Vereinigung der Vermögenswerte&#8220; spricht. Und auch das darauf folgende Stichwort &#8222;Festakt&#8220; klingt mir persönlich ein bisschen zu edel und vornehm für den &#8222;zweitgrößten katholischen Männerorden&#8220; nach den Benediktinern, bei dem es sich immerhin um die Minderbrüder des <em>Ordo Fratrum Minorum</em> (OFM) handelt. Als Gründe für den Zusammenschluss werden angegeben &#8222;die Überalterung des Ordens&#8220; und der &#8222;Wunsch, durch eine Bündelung der Kräfte neue Gestaltungsspielräume zu bekommen&#8220;. Worum es dabei gehen kann, wird nicht weiter ausgeführt. Leider.</p>
<p>In den deutschen Zeitungen habe ich nur 8 Zeilen in der Süddeutschen (SZ) gefunden, wo im Regionalteil &#8222;München City&#8220; mit der Schlagzeile &#8222;St.-Anna-Kloster ist Franziskaner-Zentrale&#8220; darüber berichtet wird, dass das Kloster vor zwei Jahren für zehn Millionen Euro umgebaut wurde und sich nun mit &#8222;attraktiven Gäste- und Tagungsräumen&#8220; perfekt für den Hauptsitz der Franziskaner eignet, zumal die Gemeinschaft nur in Bayern den Status der Körperschaft des Öffentlichen Rechts genießt, was Steuervorteile bringt (sic!). Ich lasse das mal so stehen &#8230; und bin ratlos, wieso es nicht mehr über die Franziskaner zu berichten gibt als ausgerechnet das?!</p>
<p>Ich frage mich überhaupt, wieso dieser historische Zusammenschluss offenbar nur auf lokaler Ebene, also für München, interessant zu sein scheint und ansonsten von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird? Ist das nun ein Zeichen dafür, dass die Franziskaner im Stillen wirken und einfach niemand das bemerkt oder bemerken soll? Oder ist es vielmehr so, dass der Orden des Hl. Franziskus, was den OFM-Zweig angeht, in Deutschland mehr mit sich selbst beschäftigt ist und daher wenig Aufsehen erregt &#8211; es gibt weder offene Zustimmung noch gibt es <a href="http://paxetbonum.de/index.php/2010/06/24/geliebter-gegenwind/" target="_blank">Gegenwind</a>! Was heißt das?</p>
<p>Und wenn selbst der sonst so kirchenfreundliche Bayerische Rundfunk rund um den Fusionstermin nicht über denselben berichtet, sondern von <a href="http://www.br-online.de/bayern2/religion/gruber-orden-franziskaner-ID1277390165767.xml" target="_blank">Bruder Martin</a>, der den Idealen des Franz von Assisi, &#8222;den selbstlosen Einsatz für kranke, arme und ausgestoßene Menschen&#8220;, nacheifert &#8211; allerdings außerhalb des Ordens, dann verfestigt sich bei mir der Eindruck, dass da irgendwas nicht stimmt mit dem OFM in Deutschland.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/deranderefranz.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/deranderefranz.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/deranderefranz.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/deranderefranz.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/deranderefranz.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/deranderefranz.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/deranderefranz.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/deranderefranz.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/deranderefranz.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/deranderefranz.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/deranderefranz.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/deranderefranz.wordpress.com/77/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/deranderefranz.wordpress.com/77/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/deranderefranz.wordpress.com/77/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=77&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Extra pauperes nulla salus</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 21:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Franz von Assisi]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Sobrino]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität von unten]]></category>
		<category><![CDATA[Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie der Befreiung]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Wortspiel von Jon Sobrino ist urfranziskanisch (womit mal wieder gezeigt wäre, dass sich auch Jesuiten sehr viel vom Heiligen aus Assisi abschauen ): &#8222;Ohne die Armen kein Heil&#8220; steht dabei auf den ersten Blick im Gegensatz zu dem auf &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/06/01/extra-pauperes-nulla-salus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=62&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Wortspiel von <a href="http://www.itpol.de/?p=142" target="_blank">Jon Sobrino</a> ist urfranziskanisch (womit mal wieder gezeigt wäre, dass sich auch Jesuiten sehr viel vom Heiligen aus Assisi abschauen <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ): &#8222;Ohne die Armen kein Heil&#8220; steht dabei auf den ersten Blick im Gegensatz zu dem auf Cyprian von Karthago zurückgehenden Spruch <em>Extra ecclesiam nulla salus</em>. Auf den zweiten Blick bezeichnen aber beide Aussagen in franziskanischer Perspektive ein- und dieselbe Sache.</p>
<p>&#8222;Außerhalb der Armen kein Heil&#8220; wäre die genauere Übersetzung, sprich: Wer die Armen ausschließt, ist vom Heil ausgeschlossen. Diese Formel entspricht der Urerfahrung, die der reiche Kaufmann Franz von Assisi macht, als er sich den Aussätzigen zuwendet, die im 13. Jh. am äußersten Rand der Gesellschaft lebten und praktisch wie lebende Tote behandelt wurden &#8211; ausgeschlossen, unnütz, verachtet:</p>
<blockquote><p>&#8222;So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt.&#8220; (Test 1-3)</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt handelt es sich hier um die ersten Worte und nicht um das Ende des Testaments, das Franz von Assisi kurz vor seinem Tod notiert hat. In seiner Sicht beginnt die Bekehrung also in der Begegnung mit den Aussätzigen. Kirche und Evangelium kommen danach, denn im Nachhinein erst wird ihm deutlich, dass seine Erfahrung zutiefst christlich ist:</p>
<blockquote><p>&#8222;Und der Herr gab mir in den Kirchen einen solchen Glauben, dass ich in Einfalt so betete und sprach: <em>Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, hier und in allen Deinen Kirchen auf der ganzen Welt, und wir preisen dich, weil du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast.</em>&#8220; (Test 4-5)</p></blockquote>
<p>Dieses Gebet, das im Kern der Karfreitagsliturgie entspringt, wird zum Urgebet der franziskanischen Bewegung bis heute. Überall, wo Franz von Assisi mit seinen Gefährten ein Kreuz oder eine Kirche fand, wurde es gebetet. Das ist auch in den Quellen bezeugt (1 Celano 45,2; Anonymus Peresinus 19,2; Dreigefährtenlegende 37,2; Legenda Maior IV,3). Die Dreigefährtenlegende berichtet, die ersten Minderbrüder um Franziskus hätten ausgesehen wie Waldmenschen, ein äußeres Zeichen ihres gesellschaftlichen Positionswechsels, ihrer <em>conversio</em>. Das Kreuz ist ihnen zum Symbol dafür geworden: <em>Nudus nudum Christum sequi</em> &#8211; Nackt dem nackten Christus folgen.</p>
<p>Die franziskanische &#8222;Option für die Armen&#8220; erwächst nicht aus Programmen, theologischen Lehren oder gar irgendwelchen Ideologien, sondern aus der konkreten Konfrontation mit Armut und Exklusion. Für Franz von Assisi wird diese Konfrontation zur zentralen Lebenserfahrung: Ein reicher Kaufmann, der zur Elite der Gesellschaft gehört, gerät unter die radikal Ausgeschlossenen am äußersten Rand der Gesellschaft, weil &#8222;der Herr&#8220; ihn unter sie führt, und was ihm vorher &#8222;bitter&#8220; erschien wird ihm zur &#8222;Süßigkeit der Seele und des Leibes&#8220; &#8211; man würde das heute wohl eine ganzheitliche Erfahrung nennen.</p>
<p>Folglich sind für Franz von Assisi Kreuz und Kirche deshalb Zeichen des Heils, weil sie eine Umkehrung der Verhältnisse anzeigen: Das Heil liegt nicht mehr ganz oben, sondern ganz unten in der Hierarchie. Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, der bis in die Tiefen der Kreuzesschande, der radikalsten gesellschaftlichen Exklusion, bis in die Tiefen des Todes hinabsteigt wird für Franziskus zum Wegweiser und Maßstab. Im Mittelpunkt steht dabei seinem Testament nach zu urteilen keineswegs der caritative Aspekt &#8211; und die aufopfernde Fürsorge für die Aussätzigen wäre ja auch alleine nichts Neues gewesen.</p>
<p>Das Armutsideal der franziskanischen Bewegung besteht nicht darin, Not und Leid zu glorifizieren, sondern sich mit den Armen und Ausgeschlossenen zu solidarisieren. <em>Extra pauperes nulla salus</em> ist daher für Franz von Assisi im Prinzip völlig identisch mit <em>Extra ecclesiam nulla salus</em>, denn Kirche ist da, wo Christus ist und Christus ist dort, wo die Armen sind. Ganz einfach. Die Erfahrung des Schmerzes über ihr Leid, ihr Elend und die Ungerechtigkeit ist der Motor der franziskanischen Spiritualität.</p>
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		<title>Der Zölibat gehört uns!</title>
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		<pubDate>Sun, 23 May 2010 12:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Zölibat]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesen Tagen wird viel über den Zölibat der Priester gesprochen und es gibt viele, die seine Abschaffung fordern. Von anderer Seite erschallt dann umso vehementer der Ruf: &#8222;Der Zölibat muss bleiben!&#8222;, wie z.B. bei Bruder Paulus. Er versucht eine &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/23/der-zolibat-gehoert-uns/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=54&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Tagen wird viel über den Zölibat der Priester gesprochen und es gibt viele, die seine Abschaffung fordern. Von anderer Seite erschallt dann umso vehementer der Ruf: &#8222;<a href="http://www.bruderpaulus.de/startseite/kommentare/der-zoelibat-muss-bleiben.html" target="_blank">Der Zölibat muss bleiben!</a>&#8222;, wie z.B. bei Bruder Paulus. Er versucht eine Begründung des Zölibats für Priester und Bischöfe aus dem Pfingstereignis, das für die Gemeinschaft mit Gott und dem Auferstandenen stehe und damit wesentlich sei für den Zölibat &#8211; so würde ich das in meinen Worten sagen. Wirklich verstanden habe ich nicht, was Bruder Paulus da eigentlich sagen will, was nicht auch ohne Pflichtzölibat ginge.</p>
<p>Es gibt sicher eine Menge guter Gründe für die Verbindung von Amt und Zölibat. Die Ordensleute sind ein lebender Beweis dafür: Die frei gewählte Ehelosigkeit um des Evangeliums willen ist eine Art subversiver Protest gegen jede Vergötzung von Sexualität. Das finde ich interessant. Ähnliches gilt für das Armutsgelübde, denn es zeigt, dass wirklicher Reichtum nicht aus Eigentum kommt, sondern von Gott her, d.h. aus der Würde des Menschen und damit wird die freigewählte Armut zu einem Zeichen der Solidarität mit denen, die nicht genug zum Leben haben &#8211; es ist eben aus christlicher Sicht nicht nur jeder für sich selbst verantwortlich. Und letztlich hat auch das Gehorsamsgelübde etwas damit zu tun, dass die eigene Macht und der eigene Wille nicht alles sind, sondern sich &#8211; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/05/horen-statt-horigkeit/" target="_blank">wie gesagt</a> &#8211; hörend auf Gott und die anderen ausrichten müssen.</p>
<p>Es gibt aber keine Gründe für den Zölibat als verpflichtende Zugangsvoraussetzung zum Amt. Im Gegenteil: Es sollte jede Mystifizierung oder gar mythische Überhöhung des Priesteramtes vermieden werden. Was hat das mit dem Evangelium zu tun? Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Frage, warum Franz von Assisi nie die Priesterweihe empfangen hat.</p>
<p>Gegen das Konzept der evangelischen Räte &#8211; und gegen jede theologische Vernunft &#8211; verstößt jedenfalls der immer wieder für den Zölibat ins Feld geführte und auch noch hochgepriesene katholische Workoholismus: Ein katholischer Amtsträger übe eben einen Beruf aus, der so anstrengend und zeitraubend sei, dass er sich nicht auch noch um eine Familie kümmern könne. Das geht weit über das hinaus, was Paulus in 1Kor 7 sagen wollte, wenn er die Ehelosigkeit über die Ehe stellt und klingt eher nach einem Missbrauch des Zölibats.</p>
<p>Ich würde daher im Streit um den Zölibat sagen: Der Zölibat gehört allen Gläubigen, egal wo wir jeweils in der Kirchenhierarchie stehen. Und er gehört vor allem auch den Ordensleuten! Der Zölibat ist ein persönliches Charisma und selbst der Apostel Paulus, der die Ehelosigkeit so hochpries, stellt sie frei (vgl. z.B. 1Kor 7). Es sollte also jeder Christ und jeder Katholik selbst entscheiden können, wie er leben will und kann. Das würde dem Zölibat wieder zu der Bedeutung und Kraft verhelfen, die er durch die Fixierung auf das Amt eingebüßt hat. Wahrscheinlich fürchten viele einen Profilverlust, wenn der Zölibat nicht mehr über den Zugang zur Hierarchie entscheidet, aber vielleicht würde dann endlich wieder mehr vom Evangelium her gedacht und weniger von der Hierarchie her.</p>
<p><a href="http://www.addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;pub=deranderefranz&amp;url=http%3A//deranderefranz.wordpress.com/2010/05/23/der-zolibat-gehoert-uns/&amp;title=Der%20Z%F6libat%20geh%F6rt%20uns%21%20%7C%20der%20andere%20franz" target="_self">ARTIKEL MIT-TEILEN</a></p>
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		<title>Orthopraktische Ökumene</title>
		<link>http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/20/orthopraktische-oekumene/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 21:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökumene]]></category>
		<category><![CDATA[Atheismus]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Franz von Assisi]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Mission]]></category>

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		<description><![CDATA[Habe ein paar Tage gebraucht, um mich vom Ökumenischen Kirchentag in München zu erholen, vom dem ich insgesamt nicht sehr viel mitbekommen habe, weil ich beruflich sehr stark eingespannt war. Ich habe einen Atheisten begleitet, den ich eingeladen hatte, das &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/20/orthopraktische-oekumene/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=44&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Habe ein paar Tage gebraucht, um mich vom Ökumenischen Kirchentag in München zu erholen, vom dem ich insgesamt nicht sehr viel mitbekommen habe, weil ich beruflich sehr stark eingespannt war. Ich habe einen <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1045652/Möller-gegen-Gott" target="_blank">Atheisten</a> begleitet, den ich eingeladen hatte, das Christentreffen mitzuerleben. Insofern hatte ich aber eine besondere Perspektive auf das Thema Ökumene, nämlich die eines &#8222;Ungläubigen&#8220;. Dabei ist mir aufgefallen, dass mein Protagonist mit den Menschen auf dem Kirchentag sehr gut zurecht gekommen ist. Zu gut vielleicht für seinen Geschmack, denn am Ende war er doch ein wenig hilflos, als seine durchaus bedenkenswerten Argumente gegen Kirche und Religion als Institution auf der persönlichen Ebene völlig ins Leere liefen. Er hat am Ende sogar die Einladung zur orthodoxen Vesper angenommen und mit den Gläubigen Brot, Obst und Wasser geteilt, wie das in der orthodoxen Agape üblich ist. Alle haben ihn freundlich aufgenommen.</p>
<p>Die Geschichte ist für mich eine Bestätigung dessen, was ich im aktuellen &#8222;<a href="http://www.franziskaner.de/fileadmin/franziskaner/franz_2_2010/index.htm" target="_blank">Franziskaner</a>&#8220; lese. Auf den Seiten 11-12 schreibt Andreas Müller, der Geschäftsführer des <a href="http://www.ccfmc.net/wDeutsch/index.shtml" target="_blank">CCFMC</a> (Grundkurses zum franziskanisch-missionarischen Charisma) über Franz von Assisi als &#8222;Brückenbauer zwischen den Gläubigen&#8220; und einem &#8222;Verständnis von Mission, die vor allem ehrfürchtiger Dialog des Lebens sein soll&#8220; (12):</p>
<blockquote><p>&#8222;Mission ohne alle Macht. Mission, die von den Sorgen und Nöten der Menschen ausgeht. Mission, die eher lernen als lehren will. Mission, die nichts anderes will, als die Botschaft vom demütigen und liebenden Gott in der Welt zu bezeugen.&#8220;</p></blockquote>
<p>In der Tat ist das eine Haltung, die ich gegenwärtig sehr vermisse. Wir erleben vielleicht sogar oft das Gegenteil davon, wenn nämlich die extremen Positionen in den Kirchen gestärkt werden und alle sehr um die Schärfung ihres eigenen Profils bemüht sind. Für die katholische Seite kann ich sagen, dass viele Katholiken und katholische Amtsträger auftreten in der Haltung des Belehrenden: Ich/Wir haben die Wahrheit und Du erkenne sie. Kaum jemand fragt, was wir denn von den anderen lernen könnten.</p>
<p>Mein gottloser Protagonist ist übrigens zunächst genauso aufgetreten und vielleicht ist das der Grund, warum er gegen die Gläubigen, mit denen er dann zusammen war, z.B. die Frau, die ihm ein Privatquartier zur Verfügung gestellt hat, unterm Strich keine Chance hatte: Es ist ja sicher theoretisch möglich, auch ohne Gott glücklich zu sein, aber das heißt ja gar nichts, weil es mit Gott offenbar eben auch geht und vor allem waren sich mein Atheist und die Christen dann darin einig, dass es in dieser Welt viel Gutes zu tun gibt, dass Menschen Hilfe brauchen und Hilfe zu leisten etwas zutiefst menschliches ist &#8211; auch wenn der eine mit und der andere ohne Gott zu dieser Erkenntnis gelangt.</p>
<p>Wenn schon Gläubige und Ungläubige an diesen gemeinsamen, orthopraktischen Punkt kommen, um wie viel einfach müsste das doch sein unter Christen. Das weiter zu denken eröffnet m.E. interessante Perspektiven auf die Ökumene der Kirchen, die bislang unter dogmatischen Fixierungen leidet, wie Udo Schmälzle ebenfalls in der aktuellen &#8222;Franziskaner&#8220;-Ausgabe auf Seite 10 schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8222;&#8230; die Engführung und Fixierung der ökumenischen Arbeit auf Fragen des Amtsverständnisses und der Abendmahlspraxis [bleibt für mich] zutiefst verdächtig. Wie viele Kongresse, Synoden, Expertenrunden haben sich mit diesen Themen beschäftigt und wie viel Brainpower haben die Kirchen mit ihren Theologinnen und Theologen [im Gegensatz dazu] bisher dafür eingesetzt, um die Ökumene einmal orthopraktisch im Sinne einer Konvivenzökumene (Konvivenz = nachbarschaftliches Miteinander) von der Not der Menschen her zu denken? Ich vermute, dass die angesprochenen Fixierungen auf das Amtsverständnis und die Abendmahlsfrage nicht frei sind von Machtansprüchen und narzisstisch fermentierten Selbstdarstellungsbedürfnissen kirchenamtlicher Akteure, die mit der Botschaft des Evangeliums nichts zu tun haben.&#8220;</p></blockquote>
<p>Für mich persönlich heißt die Konsequenz dann aber nicht, die Frage nach dem Ämterverständnis und die Abendmahlsfrage gar nicht mehr zu stellen. Im Gegenteil: Man sollte beide Aspekte von der Orthopraxie her beantworten und damit endlich einsehen, dass Wahrheit etwas ist, das nicht wir Menschen definieren, sondern dem wir uns immer nur nähern können. Vielleicht könnten wir die Unterschiede in der Orthodoxie dann nicht als Hindernis, sondern als Chance sehen, der Wahrheit ein Stück näher zu kommen, denn die Wahrheit ist nicht teilbar und insofern auch nicht allein von der einen oder von der anderen Seite in Anspruch zu nehmen. Das gemeinsame Abendmahl stünde aber z.B. aus dieser Sicht nicht am Ende einer langen ökumenischen Entwicklung, sondern am Anfang! Und auch die gegenseitige Anerkennung als Kirchen (und damit natürlich auch der Ämter &#8230;) wäre ein notwendiger Schritt. Orthopraxie heißt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Und das gilt auch für die Einheit unter den Christen.</p>
<p><a href="http://www.addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;pub=deranderefranz&amp;url=http%3A//deranderefranz.wordpress.com/2010/05/20/orthopraktische-oekumene/&amp;title=Orthopraktische%20%D6kumene%20%7C%20der%20andere%20franz" target="_self">ARTIKEL MIT-TEILEN</a></p>
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		<title>Leben in Fülle für alle!</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 21:57:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Bewahrung der Schöpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Deutsche Katholische Missionsrat hat einen Aufruf gestartet &#8222;Für eine prophetische Kirche&#8220;. Zu den Erstunterzeichnenden gehört der deutsche Pax Christi Präsident Bischof Algermissen (Fulda) und unter den erstunterzeichnenden Organisationen ist auch die Kommission Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung der Deutschen &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/06/leben-in-fulle-fur-alle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=25&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.missionsrat.de/" target="_blank">Deutsche Katholische Missionsrat</a> hat einen <a href="http://www.leben-in-fuelle-fuer-alle.de/aufruf.htm" target="_blank">Aufruf</a> gestartet &#8222;Für eine prophetische Kirche&#8220;. Zu den Erstunterzeichnenden gehört der deutsche <a href="http://www.paxchristi.de/" target="_blank">Pax Christi</a> Präsident Bischof Algermissen (Fulda) und unter den erstunterzeichnenden Organisationen ist auch die <a href="http://www.franziskaner.de/GERECHTIGKEIT-FRIEDEN.48.0.html" target="_blank">Kommission Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung der Deutschen Franziskaner</a>. Ich dokumentiere hier den Text des Aufrufs, den man <a href="http://www.leben-in-fuelle-fuer-alle.de/aufruf_unsere_verantwortung.htm" target="_blank">online unterzeichnen</a> kann.</p>
<blockquote><p>Wir erleben unsere Welt in immer krasserem Widerspruch zu der Botschaft des Evangeliums.</p>
<p>»Ich bin gekommen,damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.« (Joh 10,10)</p>
<p>Wir erleben die Zerstörung unseres Planeten, wir sehen das Elend von einer Milliarde hungernder Menschen, die Hoffnungslosigkeit einer Jugend ohne Zukunftsperspektive.Dazu können wir als Christen und Christinnen und Kirchen nicht schweigen. Unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Die Zeit ist reif für ein grundlegendes Umdenken.</p>
<p><strong>Unsere Wirklichkeit</strong></p>
<p>Wir leben in einer Zeit, in der das Überleben der Menschheit auf unserem Planeten bedroht ist.</p>
<p>Überall sind die Zeichen des Klimawandels sichtbar, der die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen zerstört.</p>
<p>Öffentliche Güter wie Wasser und Energie, Bildung und Krankenversorgung, ja die Natur selbst werden durch Privatisierungen dem Gesetz des Profits unterworfen.</p>
<p>Übermächtige Finanzinstitute haben die weltweite Finanzkrise verursacht und die Gesellschaft in Geiselhaft genommen. Sie haben die Politik unter Druck gesetzt, ihre Spekulationsverluste kommenden Generationen aufgebürdet und gesellschaftliche Verantwortung verweigert.</p>
<p>Die wachsende soziale Kluft zwischen den Wenigen, die sinnlosen Reichtum anhäufen, und den Zahllosen, denen das Existenzminimum vorenthalten wird, führt unweigerlich zu gewaltsamen Konflikten zwischen Bürgern und zwischen Völkern.</p>
<p>Eine Wirtschaftsweise, die Geld zu einem Götzen macht, zerstört langsam wie ein Krebsgeschwür die Würde und die Rechte der Person, den Sinn für Solidarität in der Gesellschaft und schließlich die spirituelle Offenheit für alles Göttliche.</p>
<p>Dieser Tanz um das goldene Kalb wird zum Totentanz für Mensch und Natur.</p>
<p><strong>Unsere Hoffnung</strong></p>
<p>Dieser fatalen Verkehrung der Werte müssen Christen und Christinnen und die Kirche insgesamt vehement widersprechen und eine biblisch-christliche Vision einer anderen Welt- und Werteordnung entgegensetzen:</p>
<p>eine Welt, in der die Menschen in Respekt und Verantwortung mit der Natur und ihren Mitgeschöpfen leben, die begrenzten Ressourcen genügsam und nachhaltig nutzen und die Schönheit der Erde für kommende Generationen bewahren;</p>
<p>eine Welt, in der die Politik sowohl demokratische Rechte, persönliche Freiheit und Verantwortung des einzelnen verteidigt als auch das Allgemeinwohl fördert und die öffentlichen Güter schützt;</p>
<p>eine Welt, in der Geld ein Mittel des Austauschs ist, Eigentum unter einer sozialen Verpflichtung steht und Ressourcen, Macht und Wissen dem Wohl der Gesellschaft dienen;</p>
<p>eine Welt, in der das Leben und die Zukunft jedes Menschen solidarisch gesichert sind, Verantwortung, Achtung und Mitgefühl das Zusammenleben bestimmen und nicht Besitz, sondern Weisheit und Engagement für andere als die wahren Werte geschätzt werden;</p>
<p>eine Welt, in der die Wirtschaft dem Menschen dient, und Wachstum ein »Mehr« an Leben, ein »Mehr« an Freiheit und Vertrauen, ein »Mehr« an Hoffnung und Liebe bedeutet.</p>
<p><strong>Unsere Verantwortung</strong></p>
<p>Diese Hoffnung auf ein Leben in Fülle für alle drängt uns, Fatalismus und Resignation zu widerstehen und der die Welt verändernden Kraft des Glaubens zu vertrauen.</p>
<p>Wir wollen nicht müde werden, das Unrecht an Menschen, an der Gemeinschaft, an der Schöpfung offen und deutlich zu benennen und allen Versuchen energisch zu widersprechen, die die »Strukturen der Sünde« (Johannes Paul II.) rechtfertigen oder als alternativlos hinstellen.</p>
<p>Es gibt keine einfachen Antworten für die drängenden Fragen. Nur ein tiefgreifender und langfristiger Prozess des gemeinsamen Nachdenkens und mutiges kreatives Handeln können zu einer überlebensfähigen Neuordnung führen.</p>
<p>Wir bekennen, dass die Situation unserer Welt uns heute verpflichtet, nach Lösungen globaler Gerechtigkeit zu suchen;</p>
<p>Wir verpflichten uns, in unserem Beten, Denken und Handeln das Ziel eines Lebens in Fülle für alle voranzubringen;</p>
<p>Wir halten es für unerlässlich, in der katholischen Kirche in Deutschland auf allen Ebenen einen breit angelegten Prozess des gemeinsamen Nachdenkens über Schritte verantwortlichen Handelns in der Kirche einzuleiten und in die Gesellschaft hineinzutragen.</p></blockquote>
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		<title>Hören statt Hörigkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 07:05:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Franz von Assisi]]></category>
		<category><![CDATA[Gehorsam]]></category>
		<category><![CDATA[Grundkurs CCFMC]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Haltung sollte ein franziskanisch gesinnter Mensch in Kirche und zu ihren Repräsentanten einnehmen? Diese Frage kann man&#160;kontrovers diskutieren. Im letzten Lehrbrief des &#8222;Grundkurses zum franziskanisch-missionarischen Charisma&#8220; (CCFMC) habe ich folgende interessante Gedanken gefunden, die unter dem Titel &#8222;Hören statt &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/05/horen-statt-horigkeit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=19&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Haltung sollte ein franziskanisch gesinnter Mensch in Kirche und zu ihren Repräsentanten einnehmen? Diese Frage kann man&nbsp;<a href="http://paxetbonum.de/index.php/2010/04/23/er-ist-dann-mal-weg/#comment-216772" target="_blank">kontrovers</a> diskutieren. Im letzten <a href="http://www.ccfmc.net/wDeutsch/ccfmc/der_kurs/struktur/lehrbriefe/lb25.shtml?navid=67" target="_blank">Lehrbrief</a> des &#8222;Grundkurses zum franziskanisch-missionarischen Charisma&#8220; (<a href="http://www.ccfmc.net/index.shtml" target="_blank">CCFMC</a>) habe ich folgende interessante Gedanken gefunden, die unter dem Titel &#8222;Hören statt Hörigkeit&#8220; sehr überzeugend zum Ausdruck bringen, was ich zusammenfassend als &#8222;kritische Loyalität&#8220; bezeichnen würde:</p>
<blockquote><p>Zunächst ist darauf hinzuweisen, daß sich Franziskus allen Versuchen, ihm eine&nbsp;traditionelle Lebensform zu geben, widersetzt hat. Er folgt der Berufung, die&nbsp;unmittelbar von Gott ausgeht, auf einen ganz und gar neuen Anfang:</p>
<p><em>„Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hat, zeigte mir niemand, was ich zu tunhätte, sondern der Höchste selbst hat mir geoffenbart, daß ich nach der Vorschrift des&nbsp;heiligen Evangeliums leben sollte. Und ich habe es mit wenigen Worten und in Einfalt&nbsp;<span style="font-style:normal;"><em>schreiben lassen, und der Herr Papst hat es mir bestätigt&#8220; </em>(Test 14f.).</span></em></p>
<p>Es ist also keine Illusion zu hoffen, daß Christen immer wieder neue Anfänge&nbsp;innerhalb der Kirche setzen und so die ganze Kirche in einen Bekehrungsprozeß&nbsp;hineinnehmen können. Die Evangelisierung wäre oft einfacher, wenn kirchliche&nbsp;Amtsträger ein ausgeprägteres Vertrauen in das Wirken des Heiligen Geistes hätten.</p>
<p><em>„Der Heilige Geist weckt auch auf vielfache Weise den Missionsgeist in der Kirche&nbsp;Gottes und eilt nicht selten der Tätigkeit derer, die das Leben der Kirche zu leiten&nbsp;<span style="font-style:normal;"><em>haben, voraus&#8220; </em>(AG 28).</span></em></p>
<p>Gehorsam gegenüber der Kirchenleitung muß sich zuerst immer als Gehorsam&nbsp;gegenüber dem Geist Gottes erweisen und darf nicht nur bloße Hörigkeit sein. Sonst&nbsp;stagniert das Leben, und das Evangelium verliert seine Wirkung. Allerdings darf man&nbsp;seine eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen auch nicht absolutsetzen. Franziskus&nbsp;ging zum Papst, um seine neue Lebensform bestätigen zu lassen, nicht um sie zu&nbsp;empfangen (vgl. 1 C 32). Dennoch war ihm die Bestätigung wichtig, um in der&nbsp;Einheit der Kirche zu leben.</p></blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/deranderefranz.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/deranderefranz.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/deranderefranz.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/deranderefranz.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/deranderefranz.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/deranderefranz.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/deranderefranz.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/deranderefranz.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/deranderefranz.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/deranderefranz.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/deranderefranz.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/deranderefranz.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/deranderefranz.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/deranderefranz.wordpress.com/19/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=19&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wozu dieses Blog?</title>
		<link>http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/04/wozu_dieses_blog/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 19:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Franz von Assisi]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Meisner]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Mixa]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität von unten]]></category>
		<category><![CDATA[Traditionalisten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Initiative für ein eigenes Blog rund um den Heiligen Franz von Assisi und die franziskanische Spiritualität ist praktisch aus einem Leiden an der katholischen Kirche dieser Zeit geboren. Als der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, sein Rücktrittsgesuch beim Papst &#8230; <a href="http://deranderefranz.wordpress.com/2010/05/04/wozu_dieses_blog/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deranderefranz.wordpress.com&amp;blog=13477544&amp;post=1&amp;subd=deranderefranz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Initiative für ein eigenes Blog rund um den Heiligen Franz von Assisi und die franziskanische Spiritualität ist praktisch aus einem Leiden an der katholischen Kirche dieser Zeit geboren. Als der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, sein Rücktrittsgesuch beim Papst einreichte, erschien auf dem franziskanisch geprägten Blog <a href="http://paxetbonum.de/index.php/2010/04/23/er-ist-dann-mal-weg/" target="_blank">paxetbonum.de</a> ein Beitrag, der mich nachdenklich machte. Den Beitrag und die anschließende Diskussion dokumentiere ich hier. Ralf schrieb:</p>
<blockquote><p>Er ist dann mal weg &#8230;</p>
<p>Oder hat zumindest seinen Rücktritt eingereicht, der Augsburger Bischof Walter Mixa.</p>
<p>Und jetzt?</p>
<p>Was hatte das mit den Verbrechen der pädophilen Kindesmißhandlung zu tun? Wurde da jetzt jemand zur Rechenschaft gezogen, der einfach einen pädophilen Priester bloß versetzt hat (der jetzige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, war ja mal Personalchef des gleichen Erzbistums, da kann man doch vielleicht was finden …)?</p>
<p>Ich glaube nicht, daß es den Entscheidern in den Medien um die Sache geht, es geht nicht um die Opfer, es geht auch gar nicht einmal um Kindesmißhandlung.<br />
Ich vermute, daß es darum geht, die Stimmen klein zu machen, die sich gegen den Mainstream wenden. Hätte mein Ortsbischof Joachim von Köln etwas auf dem Kerbholz so wie Mixa &#8211; die Presse wäre freudig drauf angesprungen, Erzbischof Robert in Freiburg dagegen ist zu nett, um in dessen Vergangenheit zu wühlen …</p>
<p>Nun ist es ja so, <a href="http://rheinisch-katholisch.de/blog/?p=323">wie ein anderer rheinischer Katholik schrieb</a>, daß bis hoch zum Papst entweder eine Gleichgültigkeit oder eine ausgeprochene Naivität in Kirchenkreisen darüber herrscht, wie die Medienwelt funktioniert und wie die säkulare Welt den Koloß Kirche sieht. Es scheint so zu sein, daß die Einladungen, Ehrendoktortitel, Laudationes, Respektbezeugungen etc. bei den Bischöfen tatsächlich den Eindruck hinterlassen, die säkulare Welt würde die Kirche wenn nicht verstehen, so doch zumindest mögen.</p>
<p>Beides ist nicht wirklich der Fall (und wird durch die Kirchensteuer übrigens nicht wahrscheinlicher).</p>
<p>Meistens ist man skurril bis sehr schräg, wird als Dienstanbieter gerne genutzt, geht mit dem Anspruch an den Menschen an sich den meisten am Allerwertesten vorbei (inklusive den &#8211; subjektive Empirie &#8211; meisten hauptamtlichen Mitabeitern). Man nutzt die Kirche gerne als Lebenswendengestalter, als Folkloreanbieter, als Gefühlsbeduseler.</p>
<p>Sorry, lieber Klerus: mehr ist da nicht. Es sei denn, Eure Lebenswelt ist nicht wie meine zu &gt;90% von Säkularem geprägt, dann kann man schon mal was anderes meinen.</p>
<p>Was soll man also daraus lernen, aus dieser Geschichte, die sich jetzt sicher verlaufen wird, weil ja der Dramaturgie Rechnung getragen wurde?</p>
<p>Es wäre schon mal ein Erfolg, wenn nicht jeder Kirchenvertreter (auch ein Bischof ist nicht mehr Kirche als ich) in jedes subnasale Mikrofon seine unreflektierte Äußerung kundtun würde. Es wäre ein Erfolg, wenn gleiches von undemokratisch gewählten Laienvertretern ebenfalls nicht getan werden würde. Es wäre ein Erfolg, wenn die Kirchenleitung sehen würde, die Kirche hierzulande keinerlei Bonus warum auch immer hat &#8211; den auch nicht haben sollte übrigens.</p>
<p>Und, da es ja eigentlich um was ganz anderes geht: es wäre ein Erfolg, wenn es der Kirchenleitung mehr um die Wahrheit als um Ansehen und Ehre ginge.</p></blockquote>
<p>Ich antwortete:</p>
<blockquote><p>Zu Mixa: Er hat gelogen, denn er hat gesagt, er habe nix gemacht und dann hat er doch Ohrfeigen zugegeben. Warum nicht gleich? Damit hat er doch seine Glaubwürdigkeit als Bischof verspielt. Und ich sehe es so: Ein großer Teil seines Volkes, das eben nicht nur aus “Konservativen” besteht, wollte ihn nicht mehr. Sind die alle verblendet?</p>
<p>Zur säkularen Welt: Der heilige Franziskus mag seine lieben Brüder (und Schwestern) immer ermahnt haben, dem Klerus mit Liebe zu begegnen. Aber er hat auch gesagt “Euer Kloster sei die Welt”. Dass diese Welt nicht perfekt ist, wusste er sicher. Wie wäre es, dieser Welt auch mit Liebe zu begegnen, auch wenn es sich um eine globalisierte, neoliberal und kapitalistisch verseuchte Medienwelt handelt?</p>
<p>Ich arbeite übrigens in den “Medien” und ich könnte mich jetzt auch mal beklagen, wie hier und andernorts mit uns “Entscheidern” umgegangen wird: Alle in einen Topf schmeißen und schön umrühren. Als Journalist bin ich meinem Gewissen verpflichtet und sonst niemandem. Das teile ich mit den (wahren) Christen dieser Welt, die weder konservativ, noch progressiv, noch sonst irgendwie sind &#8211; sondern einfach Gott verbunden. Das ist außerdem die katholische Weite, die ich kennen gelernt habe in meiner Zeit als Franziskaner und das ist die katholische Weite, die ich heute vermisse in den Zeiten, wo Kirche immer mehr zu einem weltabgewandten Traditionalistenclub verkommt, wo man als Katholik nicht mehr dazu gehört, wenn man seine (unbequeme) Meinung sagt.</p>
<p>Daher: Nein, ich bin anderer Meinung, Du sprichst mir nicht aus dem Herzen, sondern machst mich traurig. Vielleicht ist es nur ein klitzekleiner Akzent, eine minimale Verschiebung in der Perspektive, die uns trennt, aber daran entscheidet sich offenbar sehr viel.</p></blockquote>
<p>Ralf schrieb zurück:</p>
<blockquote><p>Mein Problem ist nicht der angebotene Rücktritt vom Ortsbischofsamt Walter Mixas, denn wer gut austeilt &#8211; und das konnte und kann er &#8211; muß auch einstecken können, zumal wenn die Weste nicht lupenrein ist (wessen ist das schon?).<br />
Mein Probleme liegen 1. im generellen Dilletantismus der älteren Bischofsgeneration im Umgang mit den Medien, die jüngeren sind da ja weitaus gewandter, 2. im Bauernopferstatus des Walter Mixa, da jetzt sicher nichts mehr großartig kommt, die Dramaturgie hat ihren Abschluß gefunden, und keinem Mißbrauchsopfer damit auch nur ansatzweise genüge getan wird, 3. dem verqueren Kirchenbild, da die meisten Opfer alsKatholiken genauso Kirche waren wie die Täter und 4. der von Heiligen Vater B16 zurecht als ursächlich beklagten Geilheit auf Macht, Ruhm und Ehre von einem Teil des Klerus.</p>
<p>Du weißt sicher auch, warum Franziskus meinte, daß das Kloster die Welt sein solle, wenn Du selbst Franziskaner warst, oder? Die Brüder wollten Häuser, er wollte diese nicht. Der Bruder Esel, der Leib,sei die “Mönchszelle” für Seele und Herz, mehr bräuchte es nicht, diese Zelle könne man überall mitnehmen, daher braucht der Minderbruder kein Kloster im klassischen Sinn und das Kloster ist die Welt.</p>
<p>Ja, die Kirche ist ein Traditionalistenclub, aber ein sehr weltzugewandter Traditionalistenclub &#8211; denn diese Welt gilt es ja zu durchsäuern mit dem Evangelium. Die Mission gilt den Universitäten wie den Diskotheken, den Straßenstrichs wie dem bürgerlichen Milieu.</p>
<p>Natürlich bist Du als Journalist wie generell als Mensch nur dem Gewissen verpflichtet. Ich nehme auch bei Dir an, daß der Anspruch zur Wahrhaftigkeit des Übermittelten, also der wahren(!) Medien-Information, mit dazugehört. Wenn man sich ansieht, wie die säkulare Presse aber mit den Mißbrauchsfällen umging, war es mit der Wahrhaftigkeit nicht weit her. Soll eben jeder so wie er meint, tue ich ja auch.</p>
<p>Ach ja, wer ist ein wahrer Christ? Wer ist überhaupt ein Christ? Kann man das selbst festlegen?</p>
<p>Und dazugehören tust Du solange, solange Du das willst durch Taufe und Firmung &#8211; egal was andere sagen. Der Leib Christi braucht jeden, mir würde jeder fehlen. Aber jedem der geht, fehlt auch der Leib früher oder später.</p></blockquote>
<p>Ich schrieb:</p>
<blockquote><p>“Kirche ist ein Traditionalistenclub, aber ein sehr weltzugewandter” schreibst Du &#8211; und da kann ich nur sagen: Seh ich nicht so! Vor allem nicht, um direkt auf den Kölner Kardinal und sein Schmerzbistum zu kommen, beim Umgang mit sexuellem Missbrauch. Ich sehe auch, dass sich Meisner höflich zurückhält in den letzten Monaten, das liegt aber nicht am Thema, sondern am Alter &#8211; es war sowieso ruhiger geworden um den “rheinischen Kirchenfürsten”.<br />
Ich habe 2004 auf die Frage, wie viele Fälle von sexuellem Missbrauch es denn aktuell im Erzbistum Köln gibt, von der Pressestelle damals genau die Antwort erhalten, die auch in dieser Infobroschüre steht: In 25 Jahren 1 Fall. Was dann auch noch als ausgesprochen positives Beispiel dargestellt wurde, weil der Kardinal eben eine absolute “Null-Toleranz-Politik” verfolge. Ich habe dann kurz darauf im Gespräch mit einer Psychologin erfahren, dass sie drei Priester aus dem Erzbistum in Therapie habe wegen Pädophilie und sexuellen Missbrauchs. Sind das keine Fälle? Nein, so die Antwort des Erzbistums: Um einen “Fall” handelt es sich nur, wenn ein Täter rechtskräftig verurteilt wird. Und da komm ich nicht mehr mit. Meiner Meinung nach fängt da schon das an, was man heute als Vertuschungs- und Lügenpraxis kritisiert. Jeder Verdacht, der geäußert wird, ist eine Sache für die Staatsanwaltschaft, die so etwas prüfen muss, und nicht für noch so ehrwürdige Prälaten und kirchliche Würdenträger.<br />
Im Übrigen gehört Kardinal Meisner bekanntermaßen nicht zu den großen Aufklärern unter den Bischöfen, sondern eher zur Pipi-Langstrumpf-Fraktion nach dem Motto “wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt”. Er ist ja beispielsweise auch überzeugt davon, nie einen Homosexuellen zum Priester geweiht zu haben. Alle wissen, dass das nicht stimmt.<br />
Nein, Kirche ist nicht (mehr) weltzugewandt. Kirche hat sich in weiten Teilen und verkörpert durch eine sehr große Zahl ihrer Bischöfe und Amtsträger “die Welt” zum allerschlimmsten Feind erkoren. Diese Weltabgewandtheit dieses Teils von Kirche ist trotz des II. Vatikanum zu einer Haltung geworden, die sich wie eine Art Geschmacksverstärker durch Predigten, medialen Äußerungen und Stellungnahmen zieht.<br />
Diese Haltung wurzelt meiner Meinung nach in einer überzogenen “Spiritualität von oben”, die immer von hohen Idealen ausgeht (was ja grundsätzlich seine Berechtigung hat), aber den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat. So etwas führt &#8211; ob persönlich oder institutionell &#8211; zu einer inneren Spaltung und genau die erleben wir gerade in Kirche extrem: Blindheit für die eigene Realität, aggressive Frömmigkeit, Projektion verdrängter Leidenschaften auf andere. Um das eigene Ideal aufrecht zu erhalten, verdrängt man seinen Schatten und projiziert ihn auf andere, über die man schimpft und sich entrüstet oder eben mit frömmelnder Arroganz herabschaut. Die Arroganz ist oft eher Sache der Amtsträger (Mixa war da eine Ausnahme, der hat eben auch mal geschimpft), das Schimpfen und sich entrüsten findet dann aber eher bei den Schäfchen statt, die meinen, “ihre Kirche” “verteidigen” zu müssen.<br />
So, und das ist genau der Punkt, der mich immer so traurig macht, wenn ich &#8211; um ein bisschen persönlicher zu werden &#8211; hier Texte von Dir und Kommentatoren lesen, die &#8211; manchmal auch nur ein wenig &#8211; von diesem Geschmacksverstärker enthalten. Und ich würde hier gar nichts schreiben, wenn ich das Gefühl hätte, dass Du sozusagen unerreichbar bist für das, was ich jetzt “Spiritualität von unten” nenne. Das ist nämlich meiner Meinung nach die Spiritualität, die Franziskus in seinem Leben immer mehr verwirklicht und gelebt hat. Er hat seine Ideale Stück für Stück hinter sich gelassen, angefangen beim Ideal des bürgerlichen Kaufmanns, dann das Ritterideal und schließlich das Ideal des Heiligen &#8211; was ihn schließlich paradoxer Weise zu einem Heiligen gemacht hat. In der “Spiritualität von oben” ist Vollkommenheit ein Ergebnis menschlicher Anstrengungen, also eine bestimmte Askese oder Gebetstechniken oder was auch immer, die ein ständiges Wachsen bedeuten, einen schwierigen Aufstieg &#8211; man muss sich halt anstrengen. Franziskus hat schon in seiner Bekehrung einen Abstieg begonnen, der sein ganzes Leben prägt. Er wollte allen Untertan sein. Am Ende hat er sich sogar bei seinem Leib, dem “Bruder Esel” entschuldigt, für alles, was er ihm (und damit sich) angetan hat.<br />
Die franziskanische Haltung ist die, die sich dem Aussätzigen zuwendet. Ganz konkret dem Schwächsten und in der Gesellschaft am Rand stehenden, aber auch im übertragenen Sinn den eigenen Schattenseiten und Leidenschaften. Wer Menschen mit dieser Haltung begegnet, der fühlt sich angenommen, aufgenommen, akzeptiert, respektiert, geliebt, geborgen. Wer heute “Kirche” begegnet empfindet oft eher das Gegenteil. Da ist gewissermaßen eine Wand von Idealvorstellungen, die einigen Zeitgenossen undurchdringlich erscheinen muss.<br />
Die franziskanische Zuwendung zum Aussätzigen ist keine “von oben”, das erleben wir ja zur Genüge. Bei Franziskus ist es eine Zuwendung auf Augenhöhe. Sie umfasst den Bruderkuss: Ich bin wie Du und Du bist wie ich. “Euer Kloster sei die Welt” beinhaltet genau das: Alle Menschen, ja sogar alle Lebewesen, sind unsere Schwestern und Brüder. Und das ist noch nicht einmal etwas Besonderes, sondern der Auftrag am Ende des Evangeliums “Geht hinaus in alle Welt”. Das würde ich gerne einmal durchdekliniert sehen auf Reizthemen wie Armut, (illegale) Immigration, Sucht, AIDS, Homosexualität usw.<br />
Wenn ich aus dieser Perspektive auf meine Kirche schaue, dann werde ich wütend und ärgerlich. Die dauernd wiederholte “Relativismus”-Kritik von Seiten des Papstes ist ein gutes Beispiel für so eine “Spiritualität von oben”. Eine “Spiritualität von unten” würde damit anfangen, sich selbst zu “relativieren” und sich damit &#8211; im wahrsten Ursinn des Wortes &#8211; in Beziehung zu setzen zu anderen.<br />
Ich will das jetzt nicht weiter ausführen, ich hoffe, es ist deutlich geworden, was ich meine. Es ist doch interessant, dass Du eher wütend bist auf “die Welt” und ich eher wütend bin “auf die Kirche” &#8211; auch wenn es da Überschneidungen gibt. Für mich ist es nur ein kleiner Unterschied in der Perspektive, der uns trennt. Aber für mich er ist entscheidend. Weiß nicht, wie Du das siehst.</p></blockquote>
<p>Ralf antwortete:</p>
<blockquote><p>Ich bin nicht wütend auf “die Welt” und nicht wütend auf “die Kirche” &#8211; ich verstehe allerdings nicht, wie Du Deine Kirchenkritik (die Begriffe wie Schmerzbistum und ähnliches lassen schon mehr als Wut (Hass?) gegen die Hierarchie vermuten) mit dem vereinbaren kannst, wie Franziskus über die Kirche und seine Vertreter sprach.</p>
<p>Bitte nenn mir ein Beispiel bei Franziskus, wo er so über die Kirche sprach wie Du, Janko.</p>
<p>Wenn du auch nur eines findest, dann können wir weiter über franziskanische Spiritualität reden, sei sie von oben oder unten.</p></blockquote>
<p>Ich antwortete:</p>
<blockquote><p>Ich zitiere Kapitel CVII, 146 aus der zweiten Lebensbeschreibung von Celano, wo Franziskus seine Brüder mit folgenden Worten zur Unterwürfigkeit gegen den Klerus ermahnt:<br />
“Zur Unterstützung des Klerus sind wir gesandt für das Heil der Seelen, damit das, was ihm fehlt, von uns ersetzt werde. Jeder wird seinen Lohn empfangen nicht nach dem Ansehen, das er besaß, sondern nach dem Maße seiner Arbeit. Wisset Brüder, dass die Rettung der Seelen Gott überaus wohlgefällig ist und dass man dieselbe besser durch Frieden erreichen kann als durch Zwietracht mit dem Klerus. Wenn er selbst das Heil des Volkes verhindert, dann bedenkt: Gott steht die Rache zu, und er wird ihnen vergelten zu seiner Zeit. Seid daher der kirchlichen Obrigkeit untertan, damit nicht, soviel an euch liegt, Eifersucht aufkomme. Wenn ihr Söhne des Friedens seid, werdet ihr Klerus und Volk für den Herrn gewinnen, was der Herr für wohlgefälliger erachtet, als wenn ihr nur das Volk gewinnt, den Klerus jedoch ärgert. Bedecket daher ihre Fehler, ersetztet ihre vielfältigen Mängel, und habt ihr dies getan, so seid erst recht demütig!”</p>
<p>In diesen Worten steckt eine Menge “Kirchenkritik”: Da ist von einem Teil des Klerus die Rede, der Fehler macht, vielfältige Mängel hat und so das Heil des Volkes verhindert. Für das 13. Jahrhundert sind das außerordentlich klare Worte, denn wer sich in jener Zeit zu weit aus dem Fenster gelehnt hat, der durfte mit dem Tod rechnen.</p>
<p>Ich hätte gern die Kreativität eines Franz von Assisi, der nicht mit Worten, sondern mit Taten eine leibhaftige Kritik an der Kirche seiner Zeit geäußert hat. Alleine die Tatsache, dass er das Privileg seiner völlig ärmlichen Lebensform zeitlebens verteidigt hat gegen die Abneigung der kirchlichen Behörden seiner Zeit, ist ein sprechendes Bild seiner Art von “Kirchenkritik”. Die Tatsache, dass er zu den Aussätzigen ging war eine Kritik am Umgang mit den Ausgestoßenen.</p></blockquote>
<p>Ralf schrieb:</p>
<blockquote><p>Natürlich hat Franz Kirchenkritik geübt, das ist nicht die Frage, Janko. Aber er hat sie nicht geübt, indem er <em>von anderen</em> (vulgo: dem Klerus) Besserung verlangte, sondern “lediglich” (was doch so viel ist) seinen vom Herrn gewollten Lebensstil bis ans Ende verteidigte, auch gegen den Willen der Bischöfe.</p>
<p>Er arbeitete nur bei sich selbst und an seinen Brüdern des Ersten Ordens, von denen er dasselbe verlangte, da sie freiwillig da waren und wieder gehen konnten ohne der Gnade der Kirche verlustig zu gehen.</p>
<p>Von niemandem sonst verlangte er auch nur einen Millimeter Änderung.</p>
<p>Auch ich wünsche mir, wie er sein zu können im Rahmen eines Familienvaters, ohne dieses Ideal der eigenen Familie aufzwingen zu wollen &#8211; doch scheitere ich in meinen persönlichen Möglichkeiten schon viel zu oft. Wie kann ich dann von anderen was fordern?</p>
<p>Gehe ich zu den Aussätzigen von heute? Nehme ich Obdachlose bei mir zuhause auf? Besuche ich Gefangene? Schon das Heilen der Kranken ist schwierig genug und das Heilen der Seelen erreiche ich eigentlich nie.</p>
<p>Wir sind als Glieder der Kirche alle Kinder Gottes, der Papst ist genauso mein Bruder wie der alkoholkranke Nachbar, beide werden ihre Wunden haben, der eine trägt sie öffentlicher als der andere. Doch über die Qualität oder Quantität der Wunden wissen wir nichts.</p>
<p>Franziskus ist einer der wenigen der sich Kirchenkritik wirklich hätte erlauben können, wie bspw. auch Mutter Teresa von Calcutta oder der Hl. Damien de Veuster. Doch diese alle wußten genau, warum sie keine anbrachten.</p></blockquote>
<p>Ich antwortete:</p>
<blockquote><p>Der heilige Franziskus kam einmal zu Papst Gregor ehrwürdigen Angedenkens, der damals noch ein geringeres Amt bekleidete, zu Besuch. Als die Stunde des Mittagessens heranrückte, ging er aus, um Almosen zu sammeln. Und wie er zurückkam, legte er die Stücklein Schwarzbrot auf des Bischofs Tafel. Als das der Bischof sag, schämte er sich ein wenig, vor allem wegen der neu geladenen Gäste. Der Vater aber verteilte freudestrahlend die empfangenen Almosen unter die Ritter und Geistlichen, die mit zu Tische saßen. Alle nahmen die Gaben mit Andacht und Ehrfurcht an. Die einen aßen davon, die anderen bewahrten sie aus Ehrerbietung auf. Nach dem Mahle stand der Bischof auf, nahm den Mann Gottes mit in seine Gemächer, öffnete seine Arme und zog ihn an sich. “Mein Bruder”, sprach er, “warum hast du mir Schande angetan, dass du um Almosen ausgingst in dem Hause, das dir und deinen Brüdern gehört?” Ihm entgegnete der Heilige: “Ehre habe ich euch vielmehr erwiesen, indem ich den größeren Herrn geehrt habe; denn Gott hat Wohlgefallen an der Armut und am meisten an der Bettelarmut, die freiwillig ist. Ich aber besitze die königliche Würde und den außergewöhnlichen Adel, jenem Herrn nachzufolgen, der, obgleich er reich war, um unsertwillen arm geworden ist.” Und er fügte hinzu: “Mehr Genuss habe ich von einem armen Tisch, der mit geringen Almosen gedeckt ist, als von großen Tafeln, auf denen Gerichte stehen, so zahlreich, dass man sie kaum zählen kann”. Darüber war der Bischof hoch erbaut, und er sprach zum Heiligen: “Mein Sohn, tue, was gut ist in deinen Augen, denn der Herr ist mit dir” (2Cel 73, vgl. Legenda Perusina 97,1-24; Spiegel der Vollkommenheit 23)</p>
<p>Fragen:<br />
Wollte Franzsikus dem damaligen Kardinal Hugolino und späteren Papst Gregor wohl etwas sagen und wenn ja, was?<br />
Tat er das etwa, um den Segen des Kardinals zu erlangen?<br />
Oder hat er von ihm “Besserung” erwartet, indem er ihn darauf hingewiesen hat, dass er in seinem Reichtum genau das Gegenteil von dem verwirklicht, was Christus wollte und tat (Kontext: 13. Jh.!!!)?<br />
Wieviel hat der Kardinal und spätere Papst davon verstanden?<br />
Nenne Du mir ein Beispiel dafür, dass Franziskus es je für nötig gehalten hätte, sich von einem Bischof in dessen Eigenschaft eines Lehrers der Kirche in entscheidenden Fragen unterweisen zu lassen! Ich finde keines und frage mich: Was mag das bedeuten? Was ist das für ein Selbstbewusstsein, das Franziskus da zeigt, wenn er den Mut &#8211; und nach damaligen Maßstäben wohl schon eher die Frechheit &#8211; besitzt, einen Kardinal über die Armut Christi zu belehren?</p></blockquote>
<p>Ralf antwortete:</p>
<blockquote><p>Franz besteht in seiner Regel darauf &#8211; und zwar vehement &#8211; daß alle Brüder katholisch denken, reden, glauben und leben. Sie alle werden vor Eintritt in den Orden auf ihren katholischen Glauben hin geprüft!<br />
Die Kirche ist der Lehrmeister für Franz, ihrer Lehre will er nie offen widersprechen. Er ging zum Papst, um seine Lebensform bestätigen zu lassen &#8211; warum tat er das wohl?</p>
<p>Nein, ich glaube nicht, daß Franz Gregor bessern oder gar belehren wollte, er zeigte ganz einfach sein Verständnis von Armut. Das konnte er nur, weil er es selbst auch schon seit Jahren lebte und der Kirche und ihren Bischöfen immer mit Liebe begegnet war.<br />
Es ist ja bekannt im Leben: man läßt sich lieber von dem etwas Unbequemes sagen, von dem man aus Erfahrung weiß, daß er es gut meint. Gregor hatte bei Franz diese Erfahrung sammeln dürfen. Sie begegnen sich als Brüder und Freunde.</p></blockquote>
<p>Ich antwortete:</p>
<blockquote><p>Ja, gerade WEIL er so katholisch war, hat er nicht einfach alles hingenommen, was in seiner Kirche geschehen ist, sondern ist angetreten mit dem Auftrag: “Baue meine Kirche wieder auf!” &#8211; und dieser Auftrag kam von Jesus direkt und nicht vom Papst, der aber sehr gut verstanden hat, wie sein Traum von dem Bettler zeigt, der die wankende Kirche stützt, worum es eigentlich geht.<br />
Franziskus hat NICHT einfach nur sein Verständnis von Armut gelebt. Das ist vielleicht ein Bild von Franziskus, das sehr angenehm und bequem ist. Er ist und bleibt auch ein Stachel im Fleisch. Ich glaube, Du übersiehst in Deiner Sicht der Dinge, dass Franziskus im Laufe seines Lebens auch sehr gelitten hat an seiner Kirche. Auch aus diesem Grund hat er irgendwann die Leitung des Ordens abgegeben (Kardinal Hugolin hat da durchaus eine Rolle gespielt &#8211; man kann nicht einfach behaupten, die beiden seien “Brüder und Freunde” gewesen) und nicht ohne Grund ist das Sonnenlied in einem der dunkelsten Abschnitte seines Lebens entstanden.<br />
Je mehr ich mich mit den Schriften des Hl. Franz beschäftige, desto weniger brav erscheint mir dieser Mann Gottes, sondern fasziniert mich seine Radikalität und vor allem seine Kreativität. Seine vermeintliche Unterwürfigkeit ist bei genauer Betrachtung ein Zeugnis eines außerordentlichen Selbstbewusstseins. Der hat es überhaupt nicht nötig gehabt, sich brav einzuordnen …</p></blockquote>
<p>Ralf schrieb:</p>
<blockquote><p>Okay, ganz konkret, Janko: welche Schriften gegen kirchliche Lehren hat Franziskus verfaßt, welche Forderungen hat er an die Kirchenleitung gestellt, wo hat er von der Kirche eine Änderung der damaligen Lebenspraxis gefordert, in Wort oder Schrift?</p>
<p>Wo wird das überliefert?</p>
<p>Ich sage nicht, daß er einfach nur sein Ding gedreht hat, einfach NUR seine Armut gelebt hat. Aber bevor man so etwas von anderen fordern sollte, sollte man ZUMINDEST das tun.<br />
Natürlich hat Franz an der Kirche gelitten, aber nur so wird sie sich heiligen können und nur so wird sich der einzelne heiligen können. An etwas oder jemandem zu leiden ist noch etwas grundlegend anderes als Forderungen zu stellen.<br />
Franz verstand die Aufforderung des Kirchenaufbauens ganz konkret in der Porciuncula &#8211; erst der Papst verstand es global. Franz agierte immer lokal, lebte sein Ideal, kämpfte mit sich und den seinen &#8211; und liebte die Kirche.</p>
<p>Es sei denn, Du findest etwas anderes in den Quellen, dann lerne ich gerne dazu.</p></blockquote>
<p>Ich antwortete:</p>
<blockquote><p>Weißt Du, der entscheidende Punkt ist doch in dieser Diskussion nicht, dass Franziskus Kritik an der Kirche seiner Zeit geübt hat, sondern dass und wie Du Kritik übst. Und damit würde ich dann gerne auf den Ausgangspunkt dieser kleinen Debatte hier zurückkommen, an dem DU die Naivität und/oder Gleichgültigkeit von Kirchenoberen bemängelst, die aus “Einladungen, Ehrendoktortiteln, Laudationes, Respektbezeugungen” scheinbar den Schluss ziehen, die “säkulare Welt” würde die Kirche irgendwie mögen. Du bedauerst jedenfalls den Abgang von Mixa, den Du zu den “Stimmen, die sich gegen den Mainstream wenden” zählst. Den DBK-Vorsitzenden Zollitsch zählst Du dazu offenbar nicht, sonst würdest Du ihn nicht als einen bezeichnen, der den Medien irgendwie “zu nett” ist, um in seiner Vergangenheit zu “wühlen”.<br />
Du unterstellst dem Klerus eine Art Weltfremdheit, wenn Du &#8211; ausgehend von der eigenen Erfahrung &#8211; darauf aufmerksam machst, dass die Welt (sprich: Deine Welt) sich &#8211; zu 90% &#8211; nicht für Sakrales, sondern nur für Säkulares interessiert. Und dann wünschst Du Dir, dass sich Kirchenvertreter und “undemokratisch gewählte” Laienvertreter”, zurückhaltender oder wenigstens reflektierter in den Medien zeigen, was auch immer das konkret heißen mag.<br />
Unterm Strich kommt also bei Dir folgendes Bild zum Vorschein: Naive und nur auf “Macht, Ruhm und Ehre” versessene Kirchenvertreter (wohl ein Teil des leitenden Klerus) und Laienvertreter (Zdk oder was?) merken nicht, dass sie Teil einer “Dramaturgie” der Medienwelt geworden sind, die sich gar nicht für Kirche interessiert, sondern ihr eigenes Spiel spielt und die Stimmen in Kirche erniedrigen will, die sich nicht am Mainstream bzw. &#8211; so übersetze ich mir das &#8211; am Zeitgeist orientieren und daher in der Welt anecken.<br />
Ich bin eigentlich mit Dir einer Meinung, dass der Umgang vieler Amtsträger mit den Medien einer Art Kommunikationskatastrophe gleichkommt. Und ich finde, das KANN man auch sagen &#8211; Du machst es ja auch, und übst damit übrigens Kritik an der Kirchenleitung, nur mal so nebenbei. Vor allem die Sache mit den “unreflektierten Äußerungen” in “jedes subnasale Mikrofon” ist schon ziemlich deutlich.<br />
Mein Problem dabei ist, dass Du neben Deiner Kritik an der Kirchenleitung vor allem aber und praktisch im Vorbeigehen ein negatives Urteil über die Welt fällst, vertreten quasi durch die “Medienwelt”, die so wenig an Kirche interessiert ist. Aber die Welt ist immer säkular und ich wollte darauf hinweisen, dass die franziskanische Perspektive die ist, dass sich Gott genau in diese Welt hinein inkarniert und auch in ihr gelebt und auch an ihr gelitten hat. Gott hat sich solidarisiert mit denen, die in seiner Welt leiden und damit hat er neue Maßstäbe gesetzt, unerhörte Maßstäbe, die jede Herrschaft und Macht in Frage stellen, weil sie sich am Höchsten messen muss. Auf diesem Hintergrund ist die radikale Armut eines Franz von Assisi ein leibhaftig gewordener Ausdruck dieser Umkehrung der Verhältnisse: Franziskus übt radikalen Statusverzicht, er geht nach unten, weil er glaubt, dass Gott ganz nach unten gegangen ist, und er wird &#8211; wie er sich ausdrück &#8211; allen Untertan und er gewinnt gerade so die Freiheit, sich von keiner Macht oder Herrschaft, sei sie weltlich oder kirchlich oder wie auch immer, beherrschen lassen zu müssen. Franz hat eben nicht nur die Kirche, sondern auch die Welt mit liebenden Augen gesehen, weil er verstanden hat, dass Gott diese Welt liebt, so unvollkommen sie auch sein mag. Er hat verstanden, dass es Gott gar nicht um Reinheit geht, sondern um Liebe &#8211; und das ist ein ganz zentraler Unterschied!<br />
Von daher KANN Kirche kein TraditionalistenCLUB sein &#8211; und das Problem dabei ist die Bezeichnung Club. Das gibt’s überhaupt nicht in der franziskanischen Perspektive, weil die immer katholisch ist im wahrsten Sinne des Wortes! Kirche ist für alle da und muss für alle da sein und wie bei Liebenden muss sie bis an die Grenze der Selbstaufgabe um die Welt werben, um es mal in diesem Bild auszudrücken.<br />
So kam ich auf die Unterscheidung zwischen Spiritualität von oben und von unten &#8211; wobei ich wie gesagt gar nicht die eine gegen die andere ausgespielt sehen will. Es braucht aber beide. Und bei vielen katholisch Engagierten, auch bei Dir, wenn ich das mal so direkt sagen darf, spüre ich viel von Abgrenzung, z.B. gegen den vielbeschworenen Mainstream. Da ist ein Kreisen um die eigene katholische Identität, was automatisch eine Abgrenzung von allem nichtkatholischen zur Folge hat und so geht das verloren, was man “katholische Weite” nennt. Deshalb mein Hinweis auf Franziskus und die Aussätzigen: Man kann das Gottesvolk nicht verändern, wenn man nicht bis an die Ränder geht. Franziskus hat kein exklusives Leben geführt, er hat inklusiv gelebt und die Schwächsten als Maßstab genommen für sein Leben.<br />
Es ist ja fast symptomatisch, dass wir am Ende um die Frage kreisen, ob Franziskus GEGEN die Kirche war, ob er Schriften GEGEN die kirchliche Lehre verfasst hat usw. Darum geht es doch gar nicht. Selbstredend war Franziskus nie GEGEN die Kirche, auch wenn er den Kardinal und späteren Papst mit seiner kreativen Art beschämt und bloßstellt. Der viel wichtigere Punkt ist, dass Franziskus FÜR die Kirche war und genauso absolut auch FÜR die Welt, dass er sich ganz bewusst für ein Leben IN der Welt entschieden hat, für die Mission, für die er immer wieder neue Ideen entwickelt hat, Ideen wie das Krippenspiel in Grecchio z.B., das den Menschen zu Herzen ging und das alle verstanden haben. Er konnte eben mit der Welt umgehen und ich bin 100%ig überzeugt, dass er auch heute überhaupt kein Problem mit unserer Medienwelt gehabt hätte. Leider fällt mir zur Zeit niemand ein, den man mit dem Integrationstalent eines Franz von Assisi vergleichen könnte und &#8211; da beginnt dann wieder meine Kirchenkritik &#8211; die Kirchenleitung tut ja auch viel dafür, dass solche Talente gar nicht erst zum Zug kommen. Das Übrige erledigen dann die Eiferer für die Tradition, die für sie gleichzusetzen ist mit dem rechten Glauben, der aber aus franziskanischer Sicht seine Quelle im Evangelium hat und DAS IST die kirchliche Lehre. DANN kommt die Tradition und die hat Franziskus bezeichnenderweise wenig interessiert, sonst hätte er sich sicher hübsch brav eingereiht in die benediktinische Mönchstradition. Hat er aber nicht.<br />
Du wünscht Dir, dass es der Kirchenleitung weniger um Ansehen und Erfolg gehen sollte. Wenn es unseren Hirten wirklich um weltliches Ansehen und Erfolg geht, dann sind sie momentan ziemlich erfolglos, fast eher bemitleidenswert. Es ist doch ein Trauerspiel, was gerade in und mit Kirche passiert. Du schreibst, es sollte ihnen eher um die Wahrheit gehen. Was soll denn das heißen? Ich würde sagen, aus franziskanischer Sicht ist damit das Evangelium gemeint und da heißt es “Geht hinaus in alle Welt”. Es wäre also aus franziskansicher Sicht geradezu wünschenswert, wenn sich ALLE Kirchenvertreter heute mehr Mühe geben würden, der Kirche zu Ansehen und zu Erfolg zu verhelfen. Franziskus hat das mit einer bewundernswerten Demut (=Selbstbewusstsein &#8211; Spiritualität von unten!!!) getan und tut es bis heute, weil er schließlich nach wie vor der ganzen Christenheit als ein leuchtendes Beispiel gilt, ein wirklich großer Heiliger.</p></blockquote>
<p>Und an dieser Stelle habe ich beschlossen, dieses Blog zu beginnen, um an den anderen Franz zu erinnern.</p>
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